Feuerwehrdienstvorschrift 1/1

 

FwDV 1/1
Feuerwehr-Dienstvorschrift 1/1

 

Grundtätigkeiten
-Löscheinsatz und  Rettung-

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INHALTSVERZEICHNIS

1.

Einleitung

7.

Einsatz  von Kleinlöschgerät

7.1

Kübelspritze

2.

Persönliche  Ausrüstung

7.2

Feuerlöscher

3.

Einsatzausrüstung

8.

Handhabung  von Leinen

3.1

Gruppenführer

8.1

Knoten und  Stiche

3.2

Melder

8.2

Befestigung  von Geräten

3.3

Truppführer  und Truppmann

8.3

Einlegen der  Fangleine in denTragebeutel

4.

Auslegen  von Druckschläuchen

9.

Retten  mit Rettungsgeräten

4.1

Auslegen von  C-Druckschläuchen

9.1

Retten über  Leitern

4.2

Auslegen eines  Rollschlauches

9.2

Retten mit  Sprungtuch

4.3

Auslegen von  B-Druckschläuchen

4.4

Kuppeln von  Druckschläuchen

10.

Sichern  von Einsatzstellen

4.5

Vornahme von  Druckschläuchen

4.6

Einsatz von  Schlauchbrücken

11.

Gebrauch  von Schutzkleidung

4.7

Zurücknehmen  von Druckschläuchen

11.1

Warnkleidung

11.2

Wärmeschutzkleidung

5.

Handhabung  und Bedienung von wasserführenden Armaturen

5.1

Verteiler

12.

Übermittlungszeichen

5.2

Strahlrohre

12.1

Schallzeichen

5.3

Schaumrohre

12.2

Sichtzeichen

6.

Wasserentnahme

6.1

Wasserentnahme  aus offenen Gewässern

6.2

Wasserentnahme  aus Saugschacht

6.3

Wasserentnahme  aus Löschwassersauganschluß

6.4

Wasserentnahme  aus Hydranten

6.4.1

Unterflurhydrant

6.4.2

Überflurhydrant

 

1.

Einleitung

 


Die  bundeseinheitlichen Feuerwehr-Dienstvorschriften (FwDV) wurden zurAnwendung  bei allen Feuerwehren des Bundesgebietes eingeführt. Zweck der  Feuerwehr-Dienstvorschriften ist es, die erforderliche Einheitlichkeit im  Feuerwehrdienst in allen Bundeslàndern herbeizuführen und für die Zukunft  sicherzustellen. Sie gelten nicht nur für die Ausbildung, sondern  gleichermaßen für den Einsatz. Die Dienstvorschriften beschränken sich  bewußt nur auf solche Festlegungen, die für einen geordneten Einsatz der  taktischen Einheiten und des Einzelnen unbedingt erforderlich sind.  Weitergehende Festlegungen werden daher nicht getroffen. lm  Ausbildungsdienst ist auf die Durchführung von Übungen nach formalen  Regeln zu verzichten.

Nur so kann eine von allen überflüssigen  Formen befreite Ausbildung vorgenommen und der Feuerwehrangehörige  praxisnah auf seine Tätigkeit vorbereitet werden. In der vorliegenden  Feuerwehr-Dienstvorschrift 1/1 werden die Grundtätigkeiten im Löscheinsatz  und bei der Rettung dargelegt. Sie soll für diese Bereiche Grundlagen  vermitteln, die zur einheitlichen Ausbildung notwendig sind. Bei den  Geräten wird dabei von derAusrüstung des Löschgruppenfahrzeuges  ausgegangen.

Sicheres und schnelles Arbeiten ist  erreichbar, wenn die Feuerwehrangehörigen zweckmäßige Handgriffe und  Bewegungsabläufe beherrschen. Bei derAusbildung und im Einsatz sind die  Grundsätze der Unfallverhütungsvorschriften zu beachten. Die bildlichen  Darstellungen sagen aus, wie bestimmte Geräte getragen und gehandhabt  werden können.

Die nachstehenden Angaben und  Darstellungen "links'' und "rechts'' beziehen sich auf die Fahrt- oder  Fließrichtung.

Die hergebrachten Funktionsbezeichnungen  gelten sowohl für weibliche als auch fùr männliche  Feuerwehrangehörige.

 

 

2.

Persönliche  Ausrüstung

 

Mindestausrüstung:

          1. Feuerwehrschutzanzug
          2. Feuerwehrhelm mit  Nackenschutz
          3. Feuerwehrschutzhandschuhe
          4. Feuerwehrschutzschuhwerk

Ergänzung entsprechend den  Erfordernissen:

          1.  Feuerwehr-Sicherheitsgurt mit  Feuerwehrbeil
          2.  Fangleine mit  Fangleinenbeutel
          3.  Signalpfeife
          4.  Atemschutzgerät
          5.  Warnkleidung

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Abweichungen von der persönlichen Ausrüstung sind entsprechend "UVV Feuerwehren" auf Weisung des Einheitsführers möglich.

Ergänzungen und Abweichungen von der Einsatzausrüstung sind je nach Lage zulässig.

 

3.

Einsatzausrüstung

 


3.1   Gruppenführer

Einsatzausrüstung des  Gruppenführers:

  • Beleuchtungsgerät
  • ggf. Handsprechfunkgerät

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3.2    Melder

Einsatzausrüstung des  Melders:

  • Beleuchtungsgerät
  • ggf. Handsprechfunkgerät

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3.3    Truppführer und  Truppmann

 

 

Trupp als  Angriffstrupp

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Ausrüstung auf Befehl:

"Zum Einsatz  fertig!"

Truppführer

  • Beleuchtungsgerät
  • ggf. Handsprechfunkgerät

Truppmann

  • C-Strahlrohr
  • Schlauchhalter

Ausrüstung auf  Befehl:

"...1.Rohr...vor!"

Truppführer

  • Beleuchtungsgerät
  • ggf. Handsprechfunkgerät

Truppmann

  • C-Strahlrohr
  • Schlauchhalter

Ausrüstung auf  Befehl:

"...B-Rohr...vor!"

Truppführer

  • Beleuchtungsgerät
  • ggf. Handsprechfunkgerät

Truppmann

  • B-Strahlrohr,
  • Stützkrümmer
  • Schlauchhalter

Ausrüstung auf  Befehl:

"...Schaumrohr...vor!"

 

Truppführer

  • Beleuchtungsgerät
  • 2 Schaum- mittelbehälter
  • ggf. Handsprechfunkgerät

Truppmann

  • Schaumrohr
  • Zumischer
  • Ansaugschlauch
  • Schlauchhalter

Ausrüstung auf  Befehl:

   "...Schnellangriff...vor!"

Truppführer

  • Beleuchtungsgerät
  • ggf. Handsprechfunkgerät

Truppmann

  • Schnellangriffsrohr
  • Schlauchhalter

 

Je nach Lage kann der Gruppenführer Abweichungen von der vorgebenen Ausrüstung anordnen.

 

4.

Auslegen von  Druckschläuchen

 

 
4.1  Auslegen von  C-Druckschläuchen

 

Auslegen einer C-Leitung mit tragbarer  Schlauchhaspel

Die Tragegriffe stehen waagerecht. Das  Gewicht der Schlauchhaspel ruht auf dem Griffanschlag. Die Schlauchleitung  muß von unten abrollen. Angriffsleitungen werden grundsätzlich von der  Einsatzstelle zum Verteiler ausgelegt. Legt jedoch ein Trupp seine Leitung  selbst, so wird diese vom Verteiler in Richtung Einsatzstelle ausgelegt.  Das Auslegen von C-Druckschläuchen kann auch aus Schlauchtragekörben  erfolgen. Für ausreichende Schlauchreserven ist zu sorgen.

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4.2    Auslegen eines  Rollschlauches

Das Auslegen des doppelt  gerollten Schlauches kann durch Auswerfen oder durch Abrollen aus der  Armbeuge erfolgen.
Bei beiden Arten führt eine Hand die Schlauchrolle,  die andere Hand erfaßt die beiden Schlauchenden unmittelbar hinter den  Kupplungen.

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4.3     Auslegen von  B-Druckschläuchen

 

Auslegen einer B-Leitung mit der  fahrbaren Schlauchhaspel

 

Beim Absetzen der  Schlauchhaspel arbeiten Wassertrupp und Maschinist zusammen.

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Die Schlauchhaspel wird vom  Wassertrupp an den seitlichen Handgriffen gezogen.
Der Schlauch muß unten abrollen.

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4.4     Kuppel von  Druckschläuchen

B-Schäuche werden  grundsätzlich von zwei Feuerwehrangehörigen gekuppelt.

 

 

C-Schäuche können von einem  Feuerwehrangehörigen gekuppelt werden.

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4.5    Vornahme von  Druckschläuchen

 

Bei Vornahme von  Druckschläuchen an Außenfronten oder in Treppenräumen sind diese an  geeigneten Festpunken durch Schlauchhalter oder Fangleine zu  sichern.

In Treppenhäusern muß andernfalls die Leitung auf der Treppe verlegt werden.

Auf ausreichende Schlauchreserve vor dem Gebäude ist zu achten.

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Beim Auslegen von  Druckschläuchen über Hindernisse (Zäune o. ä.) können zwei Steckleiterteile als Schlauchstütze verwendet werden.

Beachte Sicherung der Leiterteile oben und unten durch Leinen.

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Vorhandene Möglichkeiten einer Unterführung des Verkehrsweges sind auszunutzen:
z.B.  Rohrdurchlässe, Freiraum unter Gleisen

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4.6     Einsatz von  Schlauchbrücken

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Beim Überqueren von Straßen mit Schlauchleitungen sind drei Schlauchbrücken so auszulegen, daß Fahrzeuge verschiedener Spurbreite (PKW/LKW) die Leitung überfahren  können. Auf Verkehrssicherung ist besonders zu achten.

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4.7      Zurücknehmen von Druckschläuchen

 

Die Schlauchleitung ist an geeigneten Stellen zu entkuppeln.

 

-  Wasserschaden verhindern  -
-  Glatteisgefahr vermeiden  -

Zur Entleerung wird der Schlauch fortlaufend hochgehoben oder in abfallenden Gelände so gelegt,  daß das Wasser durch natürliches Gefälle abfließt.

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Der Druckschlauch wird bei der Zurücknahme in Buchten über die Schulter gelegt. Die Kupplungen  befinden sich vor dem Körper.

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5.

Handhabung und  Bedienung von wasserführenden Armaturen

5.1    Verteiler

Der Verteiler wird an der befohlenen Stelle abgesetzt. Der Standort des Verteilers soll außerhalb  des Gefahrenbereichs liegen.

 

Der Verteiler wird grundsätzlich von zwei Feuerwehrangehörigen an die B-Leitung  gekuppelt.

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Für das Anschließen der  Leitungen an den Verteiler gilt:

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Sofern ein  Druckbegrenzungsventil verwendet wird, ist es in die B-Leitung vor dem  Verteiler einzubauen.
Zur Ableitung des Wassers bei Druckentlastung  kann am seitlichen B-Abgang des Druckbegrenzungsventils ein B-Schlauch  angekuppelt werden.

 

 

5.2    Strahlrohre

Vornahme eines  C-Rohres

 

 

Der Truppmann kuppelt und hält das C-Strahlrohr.
Der Truppführer sichert ausreichende  Schlauchreserve und unterstützt anschließend den Truppmann.

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Schnellangriff

Der Truppmann nimmt das C-Strahlrohr aus der Halterung und geht mit dem Truppführer vor. Ein weiterer Trupp unterstützt beim Abziehen und Auslegen der Druckleitung. Auf das Kommando "Wasser marsch!" öffnet der Maschinist das Absperrorgan an der Pumpe und gibt Wasser.
Bei Schnellangriff mit C-Druckschläuchen ist darauf zu  achten, daß diese vollständig ausgelegt werden!

Die Vornahme von Schlauchleitungen über tragbare Leitern darf nur bis auf Höhe des 1. Obergeschoß erfolgen.

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Vornahme eines  C-Rohres über Leitern

 

 

Die C-Schlauchleitung darf nicht am Körper befestigt werden.

Schlauchleitungen dürfen nicht auf tragbaren Leitern verlegt oder an ihnen befestigt  werden.

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Vornahme eines  B-Rohres

Der Truppführer und der Truppmann kuppeln das B-Strahlrohr mit Stützkrümmer an den B-Druckschlauch  an.
Das B-Strahlrohr mit Stützkrümmer muß von mindestens zwei Feuerwehrangehörigen gehalten werden. Die B-Leitung stützt sich in der Achse des Stützkrümmers zum Boden ab und leitet so die Rückkraft ab.
Das B-Strahlrohr ohne Stützkrümmer muß von mindestens drei Feuerwehrangehörigen gehalten werden.

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Dies gilt auch, wenn bei Verwendung eines Stützkrümmers keine ausreichende Standsicherheit gegeben  ist.

 

 

5.3     Schaumrohre

Der Truppmann kuppelt und hält das Schaumrohr, der Truppführer sichert ausreichende Schlauchreserve  und unterstützt anschließend den Truppmann.
Der Zumischer wird in Richtung des Pfeiles auf dem Zumischer zwischen Verteiler und Schaumrohr  in die Druckschlauchleitung eingekuppelt.

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Das Schaumrohr darf erst auf das Objekt gerichtet werden, wenn Schaum in gleichmäßer Qualität  erzeugt wird.

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Die Dosiereinrichtung wird auf die erforderliche Zumischung eingestellt. Der Ansaugschlauch wird  angekuppelt und in den Schaummittelbehälter eingeführt.

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6.

Wasserentnahme

6.1    Wasserentnahme aus offenen Gewässern

Auslegen der  Saugleitung

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Tragen eines 1,60 m langen Saugschlauches

Tragen der 2,50 m langen Saugschläuche

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Kuppeln der Saugleitung, beginnend am Saugkorb.
Der Wassertrupp kuppelt, der Schlauchtrupp unterstützt.

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Die Saugschläuche werden zwischen den Beinen festgehalten. Die Kupplungen werden von Hand vorgekuppelt. Durch Rechtsdrehen fassen die Knaggen und werden mit dem  Kupplungsschlüssel nachgezogen.
Beim Kuppeln mit Schnellkupplungsgriffen erfassen die Hände die Griffe, setzen die  Kupplungen gegeneinander (Griffe waagrecht) und drehen die Knaggenteile  jeweils nach rechts bis zum Anschlag.

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Anbringen der Ventilleine am Saugkorb

Die Ventilleine wird mit  dem Karabinerhaken in das Auge oder den Ring des Rückschlagorgans  eingehängt.

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Anbringen eines  Saugschutzkorbes.

Die Ventilleine darf nicht eingeklemmt werden.

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Zu-Wasser-bringen der Saugleitung am offenen Gewässer.
Die Ventilleine wird lose verlegt und  an geeigneter Stelle befestigt.
Sofern die Saugleitung an eine  Tragkraftspritze angeschlossen wird, ist die Tragkraftspritze gegen Verrutschen zu sichern.

 

 

6.2     Wasserentnahme aus Saugschacht

 

 

Der Schachtdeckel ist mit Hilfe der Schachthaken nach hinten abzuheben.

 

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Die Saugleitung wird fertiggestellt und vor dem Ankuppeln an die Feuerlöschkreiselpumpe zu Wasser gebracht.

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6.3    Wasserentnahme aus Löschwassersauganschluß

Die Entnahme aus einem Löschwassersauganschluß bei genormten Löschwasserbrunnen, -behältern und  -teichen erfolgt mit einer Saugleitung.

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6.4    Wasserentnahme aus Hydranten

6.4.1    Unterflurhydrant

Zweckmäßige Trageweise von Standrohr und Unterflurhydrantenschlüssel:
Beim Standrohr wird der Dichtring festgehalten. Die Klauenmutter muß bis zum unteren Anschlag heruntergeschraubt sein.

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Zum Einsetzen des Standrohres wird der Deckel der Straßenkappe abgehoben. Festsitzende  Deckel werden durch Schläge mit dem Unterflurhydrantenschlüssel  gelockert.
Das Standrohr wird nach Entfernen des Klauendeckels und  Reinigung des Sitzes in den Unterflurhydranten eingesetzt und durch  Rechtsdrehen mit dem Griff festgezogen. Muß der Aufsatzkopf gedreht  werden, darf das nur mit Rechtsdrehung geschehen. Mit dem  Unterflurhydrantenschlüssel wird der Hydrant geöffnet (Bis zum Anschlag aufdrehen und anschließend eine halbe Umdrehung zurück!).

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Nach Öffnen des Hydranten wird dieser über einen freien Druckabgang des Standrohres gespült.
Nach  dem Schließen des Hydranten ist zur Belüftung und Entwässerung ein freier  Druckabgang zu öffnen.
Soweit noch ungenormte Unterflurhydranten  vorhanden sind, ist sinngemäß zu verfahren.
Bei einer Wasserentnahme aus Schachthydranten ist grundsätzlich wie bei der Entnahme aus Unterflurhydranten zu verfahren.

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6.4.2    Überflurhydrant

Überflurhydrant mit  Fallmantel

Mit dem  Überflurhydrantenschlüssel wird durch Linksdrehen des Dreikants die Sperre des Fallmantels gelöst. Dann werden die oberen Ventilabgänge  frei.

Durch Linksdrehen des Haubendeckels (Bis zum Anschlag und anschließend eine halbe Drehung  zurück.) wird das Hydrantenventil geöffnet und der Hydrant über einen  freien Druckabgang gespült.

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Oberflurhydrant mit  freiliegenden Abgängen

Mit dem  Überflurhydrantenschlüssel ist die entsprechende Deckkapsel zu entfernen. Anschließend wird das Absperrventil mit dem Schlüssel durch Linksdrehen der Haubenspitze geöffnet und der Hydrant gespült.

Dann wird der Druckschlauch angeschlossen.

Bei Überflurhydranten mit Vorschieber ist sinngemäß zu verfahren.

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7.

Einsatz von  Kleinlöschgerät

7.1 Kübelspritze

Die Kübelspritze wird von  zwei Feuerwehrangehörigen bedient.

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7.2     Feuerlöscher

Feuerlöscher sind unter  Beachtung der Brandklassen und Warnhinweise einzusetzen.

Bei Inbetriebnahme dürfen  sich keine Körperteile in Windrichtung des Überdruckventils  befinden.

Nach Beendigung des  Einsatzes ist der Feuerlöscher auf den Kopf zu stellen und drucklos zu  machen.

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8.

Handhabung von  Leinen

Im Feuerwehrdienst werden Fangleinen und Arbeitsleinen verwendet.
Die Fangleine dient als Rettungs-, Sicherungs- und Signalleine sowie sonstigen unmittelbar mit dem Einsatz in Zusammenhang stehenden Zwecken.
Die Arbeitsleine ist eine rot gefärbte Leine. Sie wird zur Durchführung anderer Aufgaben im Feuerwehrdienst benötigt, z. B. als

  • Ventilleine
  • Absperrleine

Bemerkung:
Zum Binden von Knoten dürfen die Schutzhandschuhe ausgezogen werden.

 

8.1 Knoten und Stiche

Halbschlag

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Der Halbschlag dient z.B. zum Führen von Geräten beim Hochziehen.

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Doppelter  Ankerstich/Doppelschlinge

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Der doppelte Ankerstich dient u.a. zum Befestigen von Geräten beim Hochziehen

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Zimmermannsschlag

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Der Zimmermannsschlag dient  z. B. zum Anbringen von Sicherungsleinen (Atemschutztrupp) und zum Hochziehen von Balken.

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Mastwurf

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Der Mastwurf dient u. a. zum Befestigen beim Hochziehen von Geräten, zum Befestigen der Ventilleine  am vorgesehenen Anschlagpunkt und zum Befestigen des Auszugseils der  Schiebleiter.
Ein Mastwurf kann gelegt oder gebunden werden.

 

 

Mastwurf  legen

Zwei Halbschläge zum Mastwurf legen ...

...Mastwurf überziehen und festziehen.

Mastwurf  binden

 

 

 

Kreuzknoten

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Der Kreuzknoten dient zum Verbinden zweier gleich dicker Leinen.

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Schotenstich

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Der einfache Schotenstich dient zur Verbindung zweier ungleich dicker Leinen.

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Der Schotenstich mit Aufziehschlaufe kann unter Belastung durch Aufziehen der Schlaufe sofort  gelöst werden.

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Pfahlstich

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Der Pfahlstich dient zum Bilden einer sich nicht zuziehenden Seilschlaufe.

 

 

Binden des  Pfahlstichs

 

 

8.2     Befestigung von Geräten

Befestigen und  Hochziehen
der Feuerwehraxt

Befestigen und  Hochziehen
von Strahrohr und Schauch

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Verwendet werden doppelter Ankerstich und Halbschlag.
Anstelle des doppelten Ankerstichs  kann auch der Mastwurf angelegt werden.
Abhalten vom Gebäude mit dem  freien Ende der Fangleine.


Verwendet werden doppelter Ankerstich/Mastwurf und Halbschlag.
Abhalten vom Gebäude mit  dem Schlauch.

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Hochziehen eines  Steckleiterteils

Hochziehen der  Klappleiter

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Verwendet werden  Mastwurf und doppelter Ankerstich und jeweils Halbschlag.
Abhalten vom  Gebäude mit dem freien Ende der Fangleine.


Verwendet werden  Mastwurf oder doppelter Ankerstich und jeweils Halbschlag.
Abhalten vom  Gebäude mit dem freien Ende der Fangleine.

 

 

8.3    Einlegen der Fangleine in den Fangleinenbeutel

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Die Fangleine ist so in den Fangleinenbeutel einzulegen, daß sie im Einsatzfall frei ablaufen kann.  Eine Hand hält den Fangleinenbeutel, die Fangleine läuft durch die Hand.  Die andere Hand legt die Fangleine ein.

 

 

9.

Retten mit  Rettungsgeräten

Bemerkung: Die Ausbildung an tragbaren Leitern als Rettungsgeräte ist in der FwDV 10 "Tragbare Leitern" festgelegt.

 

9.1    Retten über Leitern

Soweit die Lage es erfordert und zuläßt, ist die zu rettende Person beim Absteigen über die Leiter mit einer Fangleine zu sichern.

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Beim Retten über die  Drehleiter ist die zu rettende Person beim Absteigen durch einen Retter und soweit es die Lage erfordert und zuläßt, gegebenenfalls durch eine  Fangleine zu sichern.

 

 

9.2    Retten mit Sprungtuch

nicht abgedruckt

 

10.

Sichern von  Einsatzstellen

An Einsatzstellen können Gefahren für Einsatzkräfte und andere Personen auftreten. Zum Schutz sind geeignete Sicherungs- und Absperrmaßnahmen vorzunehmen.

 

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Besondere Bedeutung kommt dem Sichern von Einsatzstellen auf oder an Straßen zu. Bei Straßen mit Gegenverkehr muß stets nach beiden Seiten gesichert werden.
Zur besseren Erkennbarkeit kann neben dem Warndreieck zusätzlich eine Warnleuchte aufgestellt werden.

 

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Bei kurvenreichen Straßen muß nach beiden Seiten vor den Kurven gesichert werden.

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Bei unübersichtlicher Straßenführung (Kurven, Kuppen, Bebauung) sind gegebenenfalls größere  Sicherheitsabstände zu wählen.

 

 

 

 

Sicherung auf Bundesautobahn und Kraftverkehrsstraßen.

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11.

Gebrauch von  Schutzkleidung

11.1    Warnkleidung

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Ein Warnposten muß eine "Warnkleidung" (DIN 30711) tragen; z. B. eine Warnweste oder eine Überjacke, die neben anderen Funktionen auch die der Warnkleidung erfüllt.

 

 

11.2    Wärmeschutzkleidung

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Wärmeschutz und Wärmeschutzhandschuhe schützen die vorgehenden Einsatzkräfte bei der  Brandbekämpfung gegen Strahlungswärme.

Für die Annährung an den Brandherd bei sehr großer Wärmeentwicklung sind besondere Schutzanzüge erforderlich.

 

 

12.

Übermittlungszeichen

dienen zum Übermitteln von Befehlen und Meldungen, wenn andere Arten der Übermittlung nicht möglich oder unzweckmäßig sind.
 

Arten der Übermittlungszeichen sind:

  • Schallzeichen
  • Sichtzeichen

In dieser Feuerwehrdienstvorschrift sind nur die grundlegenden Zeichen aufgenommen. Besondere Zeichen können in anderen Feuerwehrdienstvorschriften festgelegt sein.

 

12.1    Schallzeichen

Sie werden mit der Signalpfeife gegeben.

Notzeichen: Das Notzeichen besteht aus einer Folge langgezogener, hoher Töne.
Das Notzeichen wird von in Not geratenen Einsatzkräften gegeben.

Gefahrzeichen: Das Gefahrzeichen bedeutet "Gefahr, alles sofort zurück" und besteht aus einer Folge abwechselnd hoher und tiefer Töne.
Bemerkt einer der Einsatzkräfte eine besondere Gefahr (Einsturz, Explosion,...) so hat er unverzüglich das Gefahrzeichen "Gefahr, alles sofort zurück" zu geben.
Es ist von den Einsatzkräften zu wiederholen.
Alle Einsatzkräfte gehen zurück und sammeln sich am Fahrzeug. Der Einsatzleiter überprüft die Vollzähligkeit der Mannschaft und trifft weitere Maßnahmen.

Sprungtuchzeichen: Das Zeichen "Sprungtucheinsatz" besteht aus einer Folge kurzer, hoher Töne.

 

12.2    Sichtzeichen

Sichtzeichen werden mit dem Arm bei flachgehaltener Hand gegeben.
Das Zeichen "Achtung!" ist vor jeder Abgabe von Sichtzeichen zu geben.

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Bedeutung:

  • Achtung!
  • Ankündigung...
  • Verbindung aufnehmen!
  • Verstanden! Fertig!

Ausführung:  
Ausgestreckter Arm senkrecht hochhalten.

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Bedeutung:

  • Wasser marsch!
  • Einschalten/Anlassen
  • Marsch!

 

Ausführung:
Arm  seitwärts abwinkelt aus Schulterhöhe mehrmals hochstoßen.

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Bedeutung:

  • Arbeit einstelleln!
  • Wasser halt!
  • Motor abstellen!

 

Ausführung:
Hand  breitseitig vor den Kopf halten, Ellenbogen seitwärts

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Bedeutung:

  • Sammeln
  • Antreten

 

Ausführung:
Mit  ausgestrecktem Arm über dem Kopf große Kreise  beschreiben.

Alle Angaben sind ohne Gewähr!!!
 

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